DIN 5031-10:2011-06
Titel (deutsch): Strahlungsphysik im optischen Bereich und Lichttechnik - Teil 10: Photobiologisch wirksame Strahlung, Größen, Kurzzeichen und Wirkungsspektren
Titel (englisch): Optical radiation physics and illuminating engineering - Part 10: Photobiologically effective radiation, quantities, symbols and action spectra
Dokumentart: Norm-Entwurf
Ausgabedatum: 2011-06
Erscheinungsdatum: 2011-06-06
Einführungsbeitrag:
Die in diesem Norm-Entwurf beschriebenen Verfahren dienen zur Beurteilung der photobiologischen und thermischen Wirkungen optischer Strahlung. Die behandelten photobiologischen Wirkungen betreffen Veränderungen in der chemischen Struktur der Materie und in der Gestaltbildung von Organismen. Diese Wirkungen hängen in erster Linie von der Anzahl der absorbierten Photonen, von ihrer Energie, von der Struktur des biologischen Objektes und seiner Bestrahlungsgeometrie ab. Sie sind demnach abhängig von: - Bestrahlung (Dosis) H (siehe DIN 5031-1), - Bestrahlungsstärke E (siehe DIN 5031-1), - Strahldichte L (siehe DIN 5031-1), - Strahlungsfunktion S(λ) (siehe DIN 5031-8), - Wirkungsspektrum Abiol(λ): relative spektrale Empfindlichkeit des Empfängers (siehe DIN 5031-2) für die betrachtete Wirkung, - Dauer t des Bestrahlungsvorgangs. Die photobiologisch wirksame Strahlung wird durch wirksame Strahlungsgrößen beschrieben. Die individuell unterschiedlichen Empfindlichkeiten und Adaptationsvorgänge bleiben in diesem Norm-Entwurf unberücksichtigt. Maßgebend für die betrachtete Wirkung ist die photobiologisch wirksame Bestrahlung (Dosis), das heißt das Produkt aus wirksamer Bestrahlungsstärke und Bestrahlungsdauer. Bei der Anwendung von Wirkungsspektren wird die Gültigkeit des Linearitätsgesetzes (Bunsen-Roscoe'sches Gesetz) und des Additivitätstheorems (van Krefeld Gesetz) vorausgesetzt, was umfassend jedoch nur für einige Wirkungen, wie zum Beispiel das UV-Erythem gilt. Um eine vergleichbare Wirkungsabschätzung durchzuführen, werden diese Prinzipien allerdings auf alle Wirkungen angewendet. Mit den Wirkungsspektren erhält man Bezugsgrößen zur Beurteilung der biologischen Wirksamkeit verschiedener Strahlungsquellen. Phototherapeutische und photosensibilisierende Wirkungen sind nur zum Teil Gegenstand dieses Norm-Entwurfs. Dieser Norm-Entwurf behandelt keine photometrischen und colorimetrischen Effekte. Dieser Norm-Entwurf gilt nicht für die Festlegung von Bewertungen und Expositionsgrenzwerte an Arbeitsplätzen. Die Expositionsgrenzwerte sind in der EU-Richtlinie 2006/25/EG festgelegt und in Deutschland in der Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung - OStrV umgesetzt. Gegenüber DIN 5031-10:2000-03 wurden folgende Änderungen vorgenommen: - thematische Strukturierung geändert; - Änderung beziehungsweise Korrektur einiger Wirkungsspektren; - Aufnahme weiterer Wirkungsspektren; - Literaturhinweise deutlich erweitert; - numerische Angabe der Tabellenwerte in 1 nm-Schritten; - Erweiterung mit informativem Anhang C "Interpolation von Wirkungsspektren und Integration der effektiven Strahlungsleistung" Für diesen Norm-Entwurf ist das Gremium NA 058-00-07 AA "Strahlenkunde" im DIN zuständig.
Änderungsvermerk:
Gegenüber DIN 5031-10:2000-03 wurden folgende Änderungen vorgenommen: a) thematische Strukturierung geändert; b) Änderung bzw. Korrektur einiger Wirkungsspektren; c) Aufnahme weiterer Wirkungsspektren; d) Literaturhinweise deutlich erweitert; e) Numerische Angabe der Tabellenwerte in 1-nm-Schritten; f) Erweiterung mit informativem Anhang C "Interpolation von Wirkungsspektren und Integration der effektiven Strahlungsleistung".
Sprachen: Deutsch


