DIN EN 16181:2010-11
Titel (deutsch): Schlamm, behandelter Bioabfall und Boden - Bestimmung von polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) mittels Gaschromatographie (GC) und Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (HPLC); Deutsche Fassung prEN 16181:2010
Titel (englisch): Sludge, treated biowaste and soil - Determination of polycyclic aromatic hydrocarbons (PAH) by gas chromatograhy (GC) and high performance liquid chromatography (HPLC); German version prEN 16181:2010
Dokumentart: Norm-Entwurf
Ausgabedatum: 2010-11
Erscheinungsdatum: 2010-11-22
Einführungsbeitrag:
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind ubiquitär aufgrund der Tatsache, dass diese infolge der Verbrennung von organischen Stoffen, wie zum Beispiel Kohle, Heizöl, Benzin, Holz, Abfällen und pflanzlichen Materialien, in beachtlichen Mengen jährlich in die Umwelt gelangen. Da einige dieser PAK-Verbindungen karzinogen oder mutagen sind, wird deren Vorhandensein in der Umwelt (Luft, Wasser, Boden, Sediment und Abfall) regelmäßig überwacht. Derzeit wird die Bestimmung von PAK in diesen Matrizes in den meisten Routinelaboratorien im Anschluss an die vorangehenden Schritte wie Probenahme, Probenvorbehandlung, Extraktion und Reinigung unter Anwendung der Gaschromatographie mit massenspektrometrischer Detektion (GC-MS) oder der Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (HPLC) mit UV-DAD oder Fluoreszenzdetektion (HPLC-UV/DAD/FLD) durchgeführt. Deshalb haben diese beiden Verfahren (GC und HPLC) im vorliegenden horizontalen Norm-Entwurf Berücksichtigung gefunden.
Das Zielkontaminationsniveau von PAK kann im Bereich von etwa 0,01 mg/kg bei einzelnen PAK (Kulturboden und Sediment) bis etwa 200 mg/kg und höher (zum Beispiel kontaminierter Boden um Kokereien oder Abfall) liegen. Die Anwendung von internen Standards und Injektionsstandards wird zwecks Überprüfung des gewählten Extraktions- und Reinigungsverfahrens beschrieben. Das Verfahren stimmt hinsichtlich Aufbau und Durchführung weitgehend mit dem für PCB beschriebenen Verfahren überein (siehe prEN 16167).
Die Erarbeitung dieses Dokuments durch CEN erfolgt auf der Grundlage eines Mandats (Mandat M/330) der Europäischen Union, das die Erstellung von Normen zur Probenahme und zu analytischen Verfahren für hygienische und biologische sowie für anorganische und organische Parameter umfasst. Diese Normen sollen für Schlamm, behandelten Bioabfall und Boden anwendbar sein, soweit dies technisch umsetzbar ist.
Bislang wurden die Prüfverfahren zur Bestimmung von Materialeigenschaften im Umweltbereich in den Technischen Komitees (TCs), die für die einzelnen Produkte oder Materialien (zum Beispiel Boden, Abfall, Schlamm) zuständig sind, erstellt. Es wurde jedoch festgestellt, dass einzelne Schritte von Prüfverfahren auch für die Analyse verschiedener anderer Materialien angewendet werden können. Durch sorgfältige Ausarbeitung solcher Schritte und die Auswahl besonderer Fragen innerhalb dieser Schritte können Bestandteile der Prüfverfahren in einer Weise festgelegt werden, die die Anwendung auf weitere Matrizes und Materialien innerhalb bestimmter Grenzen zulässt. Diese Optimierung erfolgt gemeinsam mit den Anwendern von Normen. Die Mehrzahl von Routineuntersuchungen im Umweltbereich erfolgt durch Institutionen und Laboratorien, deren Arbeitsfeld nicht auf eine Umweltmatrix beschränkt ist, sondern eine Matrixvielfalt umfasst. Die Verfügbarkeit von Normen, die mehrere Matrizes abdecken, trägt zur Optimierung von Arbeitsabläufen in Laboratorien und zur Kostenreduzierung bei, zum Beispiel in Zusammenhang mit Akkreditierungen.
Im vorgeschalteten F&E-Projekt "Horizontal" wurde ein horizontaler, modularer Ansatz entwickelt. "Modular" bedeutet, dass eine nach diesem Ansatz erstellte Prüfnorm für eine bestimmte Stufe bei der Bewertung einer Eigenschaft und nicht für die gesamte "Messkette" (von der Probenahme bis zu den einzelnen Analysen) zutrifft. Ein Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass einzelne "Module" durch geeignetere Module ersetzt werden können, ohne dass die gesamte genormte "Kette" ungültig wird.
Sprachen: Deutsch


