DIN EN 16260:2011-04
Titel (deutsch): Wasserbeschaffenheit - Visuelle Meeresbodenuntersuchungen mittels ferngesteuerter Schleppgeräte zur Erhebung von Umweltdaten; Deutsche Fassung prEN 16260:2011
Titel (englisch): Water quality - Visual seabed surveys using remotely operated and towed observation gear for collection of environmental data; German version prEN 16260:2011
Dokumentart: Norm-Entwurf
Ausgabedatum: 2011-04
Erscheinungsdatum: 2011-04-18
Einführungsbeitrag:
Dieser europäische Norm-Entwurf beschreibt Methoden, Anforderungen und Geräte zur visuellen Fernüberwachung von Organismen und dem Meeresboden, wobei Standfotografie und Videoaufzeichnungen eingesetzt werden, um eine genaue und reproduzierbare Dokumentation sicherzustellen. Die Hauptziele der Methoden sind das Aufzeichnen oder das Monitoring von Zuständen des Meeresbodens und der auf und unmittelbar über der Meeresbodenoberfläche lebenden Organismen in einer reproduzierbaren Weise und in einer Auflösung, die den Untersuchungszielen angemessen ist.
Informationen über Habitate, Biotope, Substrate und Artendiversität auf dem Meeresgrund sind ein wichtiger Teil von ökosystembasiertem Umweltmanagement. Sie sind notwendig, um die Konsequenzen verschiedener anthropogener Aktivitäten abschätzen zu können. Das Erfüllen Europäischer Richtlinien und das vorgeschriebene Monitoring von Substraten und Artendiversität erfordern die Dokumentation und das Monitoring verschiedener Meeresbodentypen unter Verwendung von Methoden, die untereinander vergleichbar und üblicherweise nicht-zerstörend sind. Viele Meeresbodengebiete lassen sich nur schwer oder gar nicht untersuchen, wenn übliche Methoden der Probennahme, wie Greifer und Dredgen, verwendet werden, oder sie können fragile Lebensgemeinschaften, wie zum Beispiel Kaltwasser-Korallenriffe, beherbergen. Eine visuelle Überwachung unter Benutzung georeferenzierter Positionen ist unbedingt notwendig, um ein erneutes Aufsuchen von Standorten, eine Dokumentation der Umweltbedingungen und eine Erfassung von Veränderungen in der Artenzusammensetzung zu ermöglichen, die anderweitig nur schwer zu erreichen wären. Die hier beschriebenen Geräte und Methoden können auch in Kombination mit akustischen Geräten zur Meeresbodencharakterisierung eingesetzt werden.
Die in diesem europäischen Norm-Entwurf dargestellten Methoden sind besonders geeignet für Kartierungen und Monitoring des Meeresgrunds in Tiefen, die unterhalb der beim herkömmlichen Presslufttauchen erreichten Wassertiefen liegen, und in Fällen, bei denen die Sicherheit oder ökonomische Belange den Einsatz des Presslufttauchens einschränken. Sie sind ebenfalls geeignet für die Beschreibung der Verteilung und des Vorkommens großer und zerstreut auftretender Organismen auf Substraten, bei denen die Probennahme mit Greifern keine repräsentativen Ergebnisse liefert. Für Untersuchungen auf weichem Meeresbodensubstrat wird auf DIN EN ISO 16665 und für Untersuchungen auf flacherem harten Meeresboden auf DIN EN ISO 19493 verwiesen. Ferngesteuerte Fahrzeuge (ROVs) und stationäre Beobachtungsplattformen werden für Kartierungen und Umweltuntersuchungen des Meeresbodens mit Video aufzeichnen und Standfotografien eingesetzt. Jedoch können die verwendeten Methoden und die erzielten Ergebnisse sehr verschieden ausfallen, wenn nicht geografische Positionsbestimmung, taxonomische Genauigkeit und Quantifizierung die vorgeschlagene Berücksichtigung finden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die verwendeten Methoden standardisiert werden, um Ergebnisse vergleichen zu können.
Sprachen: Deutsch


