DIN ISO 16000-3:2010-03
Titel (deutsch): Innenraumluftverunreinigungen - Teil 3: Messen von Formaldehyd und anderen Carbonylverbindungen - Probenahme mit einer Pumpe (ISO/DIS 16000-3:2009)
Titel (englisch): Indoor air - Part 3: Determination of formaldehyde and other carbonyl compounds - Active sampling method (ISO/DIS 16000-3:2009)
Dokumentart: Norm-Entwurf
Ausgabedatum: 2010-03
Kurzreferat: Diese Internationale Norm beschreibt ein Probenahme- und Analysenverfahren zur Bestimmung von Formaldehyd (HCHO) und anderen Carbonylverbindungen (Aldehyde und Ketone). Die Probenahme erfolgt in mit 2,4-Dinitrophenylhydrazin (DNPH) beschichteten Kartuschen und die nachfolgende Analyse mit Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und UV-Absorption. Die Methode ist für Formaldehyd spezifisch, aber mit Modifikationen, können mindestens 12 andere Carbonylverbindungen im Konzentrationsbereich von ungefähr 1 µg/m3 bis 1 mg/m3 detektiert und quantifiziert werden.
Erscheinungsdatum: 2010-05-17
Einführungsbeitrag:
Formaldehyd und bestimmte andere Aldehyde und Ketone (Carbonylverbindungen) haben ein hohes toxisches Potential. Dieser Teil der DIN ISO 16000 ist ein Prüfnorm-Entwurf für den Umweltschutzbereich und dazu gedacht, die Innenraumluft im Hinblick auf Formaldehyd und weitere höhere Aldehyde und Ketone zu charakterisieren. Das standardisierte Messverfahren ist wichtig, um die gesundheitliche Schadstoffbelastung im Innenraum zu erkennen und kann von besonderer Tragweite sein, da das Untersuchungsergebnis erhebliche Konsequenzen haben kann, so zum Beispiel hinsichtlich eines Sanierungsbedarfs oder des Erfolges einer Sanierung. Als Innenraum im Sinne dieses Norm-Entwurfs werden neben dem privaten häuslichen Bereich unter anderem auch Büros, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Veranstaltungsräume (wie Theater, Kinos) sowie die Fahrgastzellen von Kraftfahrzeugen verstanden. Das Dokument richtet sich an Vertreter der Aufsichtsbehörden, der Prüfstellen, der Berufsgenossenschaften, der Planungsbüros, der Möbelindustrie, Farbindustrie, Klebstoffindustrie, der Innenraumausstatter und der Automobilindustrie. Formaldehyd ist die einfachste Carbonylverbindung mit einem Kohlenstoff-, einem Sauerstoff- und zwei Wasserstoffatomen. In der monomolekularen Form ist er ein farbloses, stechend riechendes, reaktives Gas. Er wird in der Produktion von Harnstoff-Formaldehyd-Harzen, Klebern und Isolierschäumen eingesetzt. Emissionen aus Spanplatten und Wandisolierungen sind die Hauptquellen für Formaldehyd in der Innenraumluft. Dieser Teil der ISO 16000 legt ein Verfahren zur Bestimmung von Formaldehyd (HCHO) und anderen Carbonylverbindungen in der Luft fest. Das Verfahren ist für Formaldehyd spezifisch, aber mit Modifikationen können andere Carbonylverbindungen analysiert werden. Formaldehyd beziehungsweise die Carbonylverbindungen werden gesammelt, indem Probenluft durch Kartuschen gesaugt wird, die mit 2,4-Dinitrophenylhydrazin (DNPH) als Reagenz, das auf einem Trägermaterial (Kieselgel) aufgetragen ist, gefüllt sind. Das Prinzip des Verfahrens basiert auf der spezifischen Reaktion von Carbonylverbindungen mit DNPH im sauren Medium. Dabei bilden sich nach der Reaktionsgleichung stabile Derivate (Hydrazone) mit geringerem Dampfdruck, die besser zurückgehalten werden können und einfach zu analysieren sind. Die Hydrazone können mit hoher Empfindlichkeit nach der Extraktion bei der nachfolgenden Analyse mithilfe der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und UV-Absorptionsdetektor oder Diodenarraydetektor getrennt, identifiziert und quantifiziert werden. Das Verfahren wurde exemplarisch für folgende 13 Aldehyde und Ketone getestet: Formaldehyd, Acetaldehyd, Aceton, Benzaldehyd, Butyraldehyd, Isovaleraldehyd, 2,5-Dimethylbenzaldehyd, Hexanal, Propionaldehyd, m-Tolualdehyd, o-Tolualdehyd, p-Tolualdehyd und Valeraldehyd. Andere Carbonylverbindungen, die aus Lösungsmitteln, Klebstoffen, Kosmetika und anderen Quellen in die Luft emittiert werden können, sind ebenfalls mit diesem Teil der DIN ISO 16000 bestimmbar. Das Verfahren ist geeignet zur Bestimmung von Formaldehyd und anderen Carbonylverbindungen im Konzentrationsbereich von ungefähr 1 µg/m3 bis 1 mg/m3. Mit dem Probenahmeverfahren wird ein zeitlich gemittelter Messwert bestimmt. Es kann für die Langzeit- (1 h bis 24 h) oder die Kurzzeitprobenahme (5 min bis 60 min) von Luft für die Formaldehydbestimmung eingesetzt werden. Die Internationale Norm wurde von ISO/TC 146/SC 6 Indoor air, in der Arbeitsgruppe 2 "Messung von Formaldehyd" erarbeitet. Das Sekretariat des SC 6 wird vom DIN gehalten; die Obmannschaft liegt bei Deutschland. Für diesen Norm-Entwurf ist das Gremium NA 134-04-04-01-01 AK "Spiegelgremium zu ISO/TC 146/SC 6/WG 1, WG 2 und WG 15" im DIN zuständig.
Änderungsvermerk:
Änderungen: Gegenüber DIN ISO 16000-3:2002-08 wurden folgende Änderungen vorgenommen: a) Aufnahme der Abschnitte 11.5 "Messplanung" und 13 "Prüfbericht". b) Spezifizierung der Bestimmung von Butyraldehyd in Bild 7. c) Entfall der Bestimmung von Crotonaldehyd. Frühere Ausgabe: DIN ISO 16000-3:2002-08
Sprachen: Deutsch
Dokument: wird zitiert


