Historische Mörtel der Neubrandenburger Stadttore - Untersuchungen zur Charakterisierung
Beitrag aus Europäischer Sanierungskalender 2010
von W. Malorny, M. Puterman, H. Schulz
Herausgeber: H. Venzmer
Ausgabedatum 2010
1. Auflage, 12 Seiten, A4
Das Bild der Stadt Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern wird durch die mittelalterliche Stadtbefestigungsanlage mit ihren vier eindrucksvollen Stadttoren geprägt, die mit Ausnahme des Neuen Tors im 14. Jahrhundert errichtet wurden. Anliegen dieser Arbeit war die Untersuchung der physikalisch-chemischen Beschaffenheit von Mörtelproben aus den drei älteren Stadttoren, um damit einen Beitrag zum Verständnis der Bautechnik der damaligen Zeit zu leisten und anderweitige Befunde zur Datierung der Bauzeiten ergänzend zu unterstützen. Die Untersuchungen ergaben, dass drei der insgesamt vier untersuchten Mörtel eine sehr ähnliche Zusammensetzung aufweisen. Hieraus ist abzuleiten, dass drei der Tore zu ähnlicher Zeit gebaut wurden, während das vierte zu einem anderen (späteren) Zeitpunkt bzw. auf Grundlage anderer Technik errichtet wurde. Die Mörtelproben weisen mineralogisch identische Gesteinskörnungen vergleichbarer Sieblinie auf, die darüber hinaus derjenigen des Sandes einer im Zuge von Ausgrabungsarbeiten in jüngster Zeit freigelegten Grube entspricht. Es ist anzunehmen, dass diese historische Sandgrube als Zuschlagquelle für den Bau der Stadttore diente. Hervorzuheben sind weniger die ermittelten bloßen Mess- und Analysenwerte, als vielmehr die Nutzung einer systematischen Charakterisierung der Mauermörtel zur vergleichenden Beschreibung der mit ihnen verbundenen Bautechnik und Bauperiode.
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Bestell-Nr. 17521


