Lehmbaukonstruktionen in Asien - Experimentelle und numerische Studien zur Umverteilung von Feuchte
Beitrag aus Europäischer Sanierungskalender 2009
von J. Grunewald, T. Ishizaki, R. Plagge, M. Takami
Herausgeber: H. Venzmer
Ausgabedatum 2009
1. Auflage, 10 Seiten, A4
In vielen asiatischen Ländern wurden zahlreiche bedeutende Gemälde auf den Lehmwänden von Tempeln und historischen Gebäuden aufgebracht. Infolge der sich ändernden lokalen Klimaschwankungen und aufgrund der porösen Eigenschaften des Lehmmaterials kommt es im Lehm zur Umverteilung der Feuchte in den Wänden. Aufgenommenes Wasser verdunstet unter trockenen Bedingungen von der Wandoberfläche und hinterlässt z. B. akkumulierende Salze an der Oberfläche, die zu Salz-Effloreszenzschäden an den Wandgemälden führen. In der Absicht, geeignete Maßnahmen zum Schutz zu entwickeln, ist es notwendig, die Verteilung der Feuchte und die Wasserbewegung in der Lehmwand zu kennen. Zu diesem Zweck wurde das Modell einer in Asien üblichen Lehmwand im historischen Folkloremuseum in Sapporo errichtet. Die Umverteilung der Feuchte wurde experimentell mit der TDR-Technologie bestimmt. Die Berechnung der Wasserbewegung in der Modellwand erfolgt über das numerische Simulationsprogramm Delphin 4 der TU Dresden. Relevante Materialparameter sind die Wasserretentionscharakteristik im hygroskopischen und im überhygroskopischen Bereich, die Flüssigwasserleitfähigkeit und die Wasserdampfdiffusivität der Lehmwand sowie die Klimadaten der Lokalität Sapporo. Zur Entwicklung geeigneter Restaurierungsmaßnahmen ist es von besonderer Relevanz, dass "nicht zerstörende Messmethoden" zum Einsatz kommen, damit das Feuchteregime im porösen Material analysiert werden kann. Die gute Übereinstimmung zwischen Simulationsergebnissen und den gemessenen Wandprofilen in Raum und Zeit dienen der Validierung des Computerprogramms Delphin und belegen den Nutzen zur Entwicklung und Überprüfung der Konservierungsmaßnahmen an historischen Gebäuden und Monumenten.
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