Reste historischer Verteidigungsanlagen unterm Straßenpflaster - Straßensanierung und Archäologie
Beitrag aus Europäischer Sanierungskalender 2010
von S. Brüggemann
Herausgeber: H. Venzmer
Ausgabedatum 2010
1. Auflage, 14 Seiten, A4
Die baubegleitenden archäologischen Untersuchungen in Stralsund haben gezeigt, dass Teile der Festungsanlagen bzw. der Bebauung in geringen Tiefen unterhalb der modernen Straßen und Wege erhalten sind. Toranlagen wie das Stralsunder Kütertor wurden von vergangenen Katastrophen bis hin zu modernen Baumaßnahmen nicht immer vollständig zerstört, genauso wenig wie die neuzeitlichen Bastionen der Vorstädte. Pfahlgründungen aus angespitzten Kiefernstämmen im gesamten Untersuchungsgebiet vor dem Kniepertor sowie die darauf errichteten Mauerwerke zeugen von historischen Großbaustellen unvorstellbaren Ausmaßes in Stralsund. Aufwändige Fundamente aus in Holz gefassten Mauerpfeilern, die ihrerseits auf Pfählen gegründet sind, haben bis heute dem feuchten Untergrund standgehalten. Das Entfernen der meterlangen Pfähle während der Bauarbeiten an den Versorgungsleitungen hatte sofortigen Wassereinbruch zur Folge. Den Festungsplänen ist zu entnehmen, welche mächtigen Dimensionen die Aufbauten der Außenwerke gehabt haben. Die Massivität der vorgefundenen Fundamente bestätigen dies. Besonders bedeutend sind die archäologisch dokumentierten Fundamente und Wassergräben des beginnenden 14. bis 16. Jh. der Pasewalker Toranlagen in der Stettiner Straße. Zusammen mit bedeutenden Funden wie Schwert und Siegelstempel lassen sie einen Teil der leidvollen Geschichte Pasewalks wieder lebendig werden.
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Bestell-Nr. 17521


