Verbiegungen von Marmorplatten: Gebäudekartierungen, gesteinstechnische Charakteristika und Problemlösungen
Beitrag aus Europäischer Sanierungskalender 2009
von J. Rüdrich, S. Siegesmund
Herausgeber: H. Venzmer
Ausgabedatum 2009
1. Auflage, 22 Seiten, A4
Marmore, die als dünnplattige Fassadenverkleidung verwendet wurden und werden, zeigen sehr häufig Probleme hinsichtlich ihrer Langzeitstabilität. Die Verbiegung der Marmorplatten geht mit einer Materialentfestigung einher, was nicht nur langfristig zu einem Sicherheitsproblem werden kann. Dieser Verwitterungsprozess wird durch eine thermo-hygrisch gesteuerte Mikrorissbildung vorangetrieben. Die irreversible Restdehnung als Maß für die akkumulierte Mikrorissweitung schreitet bei kontinuierlichen Temperaturwechseln nur unter feuchten Bedingungen weiter fort. Beispielhaft durchgeführte Vergleichsmessungen an der Fassade des Oeconomicums und der Universitätsbibliothek in Göttingen über einen Zeitraum von drei Jahren sowie Verwitterungssimulationstests am dortigen Fassadenmarmor lassen ein kontinuierliches Fortschreiten der Plattenverbiegung erkennen. Das Wissen um den zeitlichen Verlauf der Verbiegung und deren Korrelation mit der Entfestigung kann als Basis für Prognosen zur Standsicherheitsbewertung von geschädigten Marmorfassaden herangezogen werden.
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