Wärmeschutz durch extensive Gründächer
Beitrag aus Europäischer Sanierungskalender 2009
von M. Köhler, W. Malorny
Herausgeber: H. Venzmer
Ausgabedatum 2009
1. Auflage, 18 Seiten, A4
Gründächer gibt es traditionell in vielen unterschiedlichen Regionen der Welt. Ein Grund für diese Dachdeckung ist der empirisch bekannte Effekt der Dämmung gegen Kälte oder Hitze. In der Debatte um ökologisches Bauen seit den 1970er Jahren in Deutschland nahm die Technik der Dachbegrünung aus verschiedenen Gründen einen regen Aufschwung. Gefördert wurden diese Dächer zunächst unter dem Aspekt der Reduzierung der Eingriffserheblichkeit der Bauvorhaben nach der Eingriffsregelung in Baurecht. Die Debatte um Energiesparen und die Reduzierung der städtischen Wärmeinseln steigerte das Interesse an Gründächern noch weiter. An der Hochschule Neubrandenburg wird dieser Frage messtechnisch seit Jahren nachgegangen. In diesem Beitrag wird über die Auswertung von Messungen zur Beurteilung dieses Effektes unter unterschiedlichen jahreszeitlichen Aspekten nachgegangen. Die Dämmwirkung von Gründächern beruht auf dem Schichtenaufbau eines Gründaches, wie Drainschicht, Substrate und Vegetationsschicht. Die Wirkung wurde im Vergleich zu dem sonst üblichen, meist etwa gleich schweren Kiesdach gemessen. Als Ergebnis dieser Untersuchung ist festzuhalten: Für Wintermonate gibt es einen Dämmeffekt bei einem etwa 10 cm starken extensiven Dachaufbau, der etwa der Größe einer etwa 1 cm starken zusätzlichen Isolierung eines klassischen künstlichen Dämmstoffes entspricht. Der Sommereffekt ist größer, Extremtemperaturen werden reduziert, Aufenthaltsräume unter begrünten Dächern sind im Sommer angenehmer temperiert. Einen monetären Vorteil bedeutet diese sommerliche Dämmung für Räume, die sonst mit einer klassischen Klimaanlage ausgestattet sind.
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