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Richtlinienreihe VDI 6022

Regelmäßig gewartet – keine Chance für Keim und Spor‘
Klimaanlagen müssen sauber sein, damit sich dort keine Keime ansiedeln. Fachleute inspizieren dazu regelmäßig diese Anlagen. Bei Bedarf muss geputzt und desinfiziert werden.

 

Im Sommer ist es oft angenehm, ein gekühltes Büro, Hotel oder Kaufhaus zu betreten. Einer Klimaanlage sei Dank! Mit ihren Filtern reinigen sie zudem die Zuluft von Abgasen, Feinstaub, Keimen und Pollen. Das Ergebnis lässt sich sehen: In klimatisierten Räumen ist die Luft oft mit weniger Keimen belastet als die angesaugte Außenluft.

Aber Klimaanlagen – im Fachjargon „raumlufttechnische Anlagen“ – können eine Schattenseite haben. Sie bieten – schlecht gewartet – Bakterien und Schimmelpilzen Lebensräume. Solche Mikroorganismen können Allergien oder Erkrankungen der Atemwege von grippeähnlichen Infekten bis hin zu Lungenentzündungen auslösen. Bei Klimaanlagen, die die Raumluft befeuchten, besteht zudem das Risiko, dass sich Legionellen ansiedeln und in die Innenräume geblasen werden. Diese Bakterien können die Legionärskrankheit auslösen.

Die gute Nachricht: Es gibt heute anders als vor 20 Jahren viel weniger Grund zu klagen. Gesundheitliche Beschwerden durch Klimaanlagen werden durch die allgemein anerkannten Regeln der Technik vermieden. Was sich dahinter verbirgt, steht in den VDI-Lüftungsregeln – genauer: in der Richtlinie VDI 6022 Blatt 1 zu Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte.

 

Geplante Hygiene

Die fachgerechte Wartung ist das A und O der Hygiene. Sie beginnt mit dem Design. Ein geschickter Aufbau begrenzt etwa Ablagerungen und stehendes Kondenswasser auf ein Mindestmaß und senkt somit den Bedarf an Reinigung oder Desinfektion. Ein Beispiel hierfür sind geneigte Kondensatwannen mit großem Ablauf. Bei neuen Anlagen sind zudem alle Bauteile etwa durch Reinigungsöffnungen gut zugänglich. Dies erleichtert die Wartung.

Doch auch Klimaanlagen verschmutzen. Sie saugen Feuchtigkeit, Mikroorganismen und Staub an. Mit Staub und Feuchtigkeit gelangen auch Nährstoffe hinein. Danach filtern die Anlagen die angesaugte Luft, erwärmen oder kühlen diese, bevor sie sie in Innenräume blasen. Viele Anlagen be- oder entfeuchten die Luft zusätzlich. Doch Nässe, Wärme und Nährstoffe bilden gute Voraussetzungen für das Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen. Zu seltene Filterwechsel, verschmutzte Kühllamellen, Luftbefeuchter oder Wärmeüberträger begünstigen das Wachsen der Keime ebenso wie ungepflegte Lüftungskanäle etwa bei erdverlegten Klimaanlagen.

 

Sauber muss es sein

Wie sauber die Bauteile sind, prüfen geschulte Ingenieure, Meister oder Techniker alle zwei Jahre bei Anlagen mit und alle drei Jahre bei Klimaanlagen ohne Luftbefeuchter. Jede Inspektion beginnt mit der Sichtkontrolle. Ein Fachmann inspiziert die Bauteile auf Keimwachstum, Verschmutzung, Rostbildung, Kalkablagerungen, feuchte Stellen und Beschädigungen. Ist eine Komponente schmutzig, wird gereinigt. Muss von einer mikrobiellen Belastung ausgegangen werden, wird desinfiziert. Beschädigte Bauteile werden ersetzt.

Das ist nicht alles: Da Bakterien oft auf den ersten Blick nicht zu sehen sind, nehmen die Fachleute Abklatsch- oder Abstrichproben etwa von Kühllamellen und der Zuluftöffnung, wo die Klimaanlage die Luft in den Raum hineinbläst sowie Wasserproben von Luftbefeuchtern. Diese Proben werden von Laboratorien auf Bakterien und Pilze untersucht.

Die Erfahrung der Kontrolleure zeigt, dass heute nur noch selten Anlagen in einem schlechten Zustand sind. Gereinigt werden muss jedoch regelmäßig – so wie man auch den eigenen Körper oder Autos reinigt.

 

Noch sicherer

Seit Anfang 2018 schauen die geschulten Fachleute dank aktualisierter VDI-Lüftungsregeln noch genauer hin: Sie müssen auf Oberflächen per Abklatsch jetzt auch nach Schimmelpilzen sowie in der Luft direkt an der Zuluftöffnung auch nach Bakterien und solchen Pilzen suchen. Dies soll helfen zu klären, ob etwa Husten, Müdigkeit oder Infektionen in Büros durch Mikroorganismen aus Klimaanlagen ausgelöst werden. Denn oft lassen sich Beschwerden Krankheitserregern nicht zuordnen und Fachleute sprechen von Sick Building Syndrome (SBS) oder dem Building related Illness (BRI).

Diese Inspektionen sind nicht freiwillig. Ein Betreiber einer Klimaanlage, der zu selten oder keine Inspektionen durchführen lässt, verstößt etwa gegen seine Sorgfaltspflicht etwa des Arbeitsschutz- und des Arbeitsstättenrechts. Er muss beim Auftreten von Krankheiten mit empfindlichen Strafen rechnen.

 

Autor: Dr. Ralph Heinrich Ahrens, Selbständiger Journalist

Technische Regel 2018-01

VDI 6022 Blatt 1:2018-01
Raumlufttechnik, Raumluftqualität - Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte (VDI-Lüftungsregeln)

ab 207.40 EUR inkl. MwSt.

Technische Regel 2011-07

VDI 6022 Blatt 3:2011-07
Raumlufttechnik - Raumluftqualität - Beurteilung der Raumluftqualität

ab 153.80 EUR inkl. MwSt.

Technische Regel 2012-08

VDI 6022 Blatt 4:2012-08
Raumlufttechnik, Raumluftqualität - Qualifizierung von Personal für Hygienekontrollen, Hygieneinspektionen und die Beurteilung der Raumluftqualität

ab 92.60 EUR inkl. MwSt.

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