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Baulicher und anlagentechnischer Brandschutz

Für einen verlässlichen Brandschutz in Bauwesen und TGA: Mit Normen und Fachbüchern von Beuth gehen Sie auf Nummer sicher. Die Standardwerke „Basiswissen Brandschutz“ und „Brandschutz im Bestand“ lassen keine Fragen offen. Und die praxisnahen Fortbildungen der DIN-Akademie sorgen dafür, dass Ihr Personal professionell geschult ist und im Ernstfall gezielt und wirksam handeln kann.

Baulicher Brandschutz

von Bettina Gehbauer-Schumacher

Baulicher Brandschutz will das Wichtigste schützen: Leib und Leben. Aus diesem Grund ist er gesetzlich vorgeschrieben und in zahlreichen Normen und Richtlinien verankert. Auch wenn es heute teilweise sehr spezielle Anforderungen an Gebäude gibt – mit einer sorgfältigen und überlegten Planung lassen sie sich gut umsetzen. Deshalb lohnt es sich für Bauherren, Planer, Anlagenbauer und Betreiber, gut über Brandschutz informiert zu sein und ihre Mitarbeiter immer auf dem Laufenden zu halten.

Wenn über Brandschutz berichtet wird, dann oft negativ. Er führe – wie zum Beispiel im Fall des Berliner Großflughafens – zu erhöhten Kosten und zu Verzögerungen beim Bau sowie bei der Abnahme von Immobilien. Die größten Stolpersteine entstehen aber in der Regel dadurch, dass das Thema „baulicher Brandschutz“ erst zu einem relativ späten Zeitpunkt bedacht wird und dann auch noch mit einem allzu knappen Budget umgesetzt werden soll. Ein verlässlicher Brandschutz bringt zum Teil aufwendige Maßnahmen mit sich, rettet aber im Ernstfall Menschenleben und schützt vor enormen materiellen Schäden. Erst 2017 zeigte der verheerende Brand in dem Wohngebäude „Grenfell Tower“ in London, dass die Missachtung von Brandschutzvorschriften erschreckende Folgen haben kann.

Worin besteht baulicher Brandschutz?

In Deutschland gibt es ein dichtes Netz an Rechtsvorschriften zum Brandschutz, zum Beispiel die Bauordnungen und technischen Baubestimmungen der Bundesländer. Denn Brandschutz dient dem Schutz von Leben, Gesundheit, Eigentum, Besitz, Umwelt und der öffentlichen Sicherheit. Er gliedert sich in mehrere Bereiche:

  • Vorbeugender Brandschutz soll das Entstehen und Ausbreiten eines Brands verhindern. Um gegebenenfalls Feuer und Rauch eindämmen zu können, wird im Vorfeld beispielsweise auf Größe, Aufbau und Unterteilung der Gebäude geachtet. Ebenso auf die Art, die Eigenschaften und die Menge der verwendeten Materialien sowie auf Gefahrstoffe und Zündquellen.
  • Darüber hinaus gilt es, anlagentechnische und organisatorische Maßnahmen zu ergreifen, unter anderem die Installation von Brandmelde- und Sprachalarmanlagen nach DIN 14675 sowie die Benennung von Brandschutzbeauftragten.
  • Abwehrender Brandschutz kommt zum Einsatz, wenn ein Feuer bereits ausgebrochen ist. Er erlaubt das Durchführen von Löscharbeiten, damit der Brand und seine Auswirkungen möglichst beherrschbar sind. Er fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Feuerwehr.

Der vorbeugende hat den abwehrenden Brandschutz einzubeziehen, zum Beispiel müssen Rettungswege geplant und beschildert werden. Nicht umsonst entstanden die Grundprinzipien des baulichen Brandschutzes aus den Erfahrungen, dass sich Brände früher schneller ausbreiten konnten, weil die Häuser dicht aneinander standen, häufig aus leicht brennbaren Baustoffen errichtet waren und über offene Feuerstätten verfügten.

Welche Vorschriften regeln den baulichen Brandschutz?

Bewertungsmaßstab für das Brandverhalten von Bauprodukten und Bauarten ist die europäische Normenreihe DIN EN 13501 mit ihren sieben Klassen (A1, A2, B, C, D, E, F). Auf nationaler Ebene gilt DIN 4102 mit ihren Einteilungen in nicht brennbare (A) und brennbare Baustoffe (B). DIN EN ISO 13943 enthält Regelungen zum Brandschutz-Vokabular auseinander und sorgt dafür, dass die Terminologie einheitlich verwendet wird.

Für Stahlbeton- und Spannbetontragwerke gibt es DIN EN 1992, für Stahlbauten DIN EN 1993. DIN EN 1995 umfasst den Holzbau, DIN 18230 den bautechnischen Brandschutz in Industriebauten. Verschiedene Normen beschreiben Anlagen zur Überwachung von Wohn- und Nichtwohngebäuden, darunter DIN 14675 für Aufbau und Betrieb von Brandmeldeanlagen (BMA). Darüber hinaus sind Normen zu Flucht- und Rettungswegen, zu Feststellanlagen, Glas, Brandschutzzeichen und Brandmeldeanlagen zu beachten, und es gibt spezielle Fachliteratur zu baulichem Brandschutz in Krankenhäusern oder zu Sicherheitstechnik.

Brandwarnanlagen und Brandmeldeanlagen unterliegen verschiedenen DIN-Normen.

Bereits diese Übersicht zeigt, wie vielfältig und komplex das Aufgabengebiet des Brandschutzes ist. Anforderungen des Bauordnungsrechts, von Versicherungsunternehmen oder Bauherren können es notwendig machen, einen Gutachter zu beauftragen und dessen Brandschutzkonzept bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde einzureichen und genehmigen zu lassen. Wer Brandschutz-Fachplaner ist, kann diese Tätigkeit selbst anbieten und hat die Möglichkeit, sich als Nachweisberechtigter in die Listen der Architekten- oder Ingenieurkammern eintragen zu lassen.

Moderne Gebäude werden von zahlreichen Leitungen durchdrungen. Das führt zu potenziellen Konflikten mit den Vorschriften der Bauaufsicht, die eine Abschnittstrennung mit Brandwänden und feuerbeständigen Geschossdecken voraussetzt. Deshalb müssen hier spezielle Feuerschutzeinrichtungen vorhanden sein. Rohr- und Elektroleitungen, die durch mehrere Brandabschnitte verlaufen, sind zum Beispiel durch Brandschotte zu sichern.

Neue Technologien verändern die Rahmenbedingungen

Maßnahmen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes bieten viele Möglichkeiten, die Schutzziele zu erreichen. Dabei kann auch die Digitalisierung helfen: Building Information Modeling (BIM) für Planung, Bau und Betrieb sowie eine intelligente Verknüpfung der Technik, die Wartungsarbeiten und die notwendigen Schritte im Falle eines Alarms erleichtert und dokumentiert.

Der vorbeugende Brandschutz bewegt sich im Spannungsfeld zwischen öffentlichen Aufgaben und privaten Interessen. Baulicher Brandschutz im Bestand kann beispielsweise die Aufgabe umfassen, den Denkmalschutz mit den Wünschen der Bauherren zu verbinden. Folglich geht es immer darum, welches Konzept die unterschiedlichen Anforderungen im Einzelfall angemessen vereint. Eine frühzeitige, integrale Herangehensweise hilft, veranschlagte Kosten und Bauzeiten einzuhalten.

DIN-Seminare zum Brandschutz

Die DIN-Akademie bietet Praxiswissen auf dem neusten Stand. Lassen Sie sich zum Brandschutzbeauftragten oder zur Fachplanerin Brandschutz weiterbilden – ganz einfach online.
Oder nutzen Sie unsere Einzelseminare zu brandschutztechnischen Fragen. Hier geht es zu unserem Fortbildungsangebot.

Publikationen

Publikation Beuth Praxis 2020-06

Basiswissen Brandschutz
Band 2: Anlagentechnik

ab 48,00 EUR inkl. MwSt.

ab 45,71 EUR exkl. MwSt.

Publikation Beuth Praxis 2019-08

Basiswissen Brandschutz
Band 1: Grundlagen

ab 44,00 EUR inkl. MwSt.

ab 41,90 EUR exkl. MwSt.

Publikation Beuth Praxis 2019-06

Baulicher Brandschutz im Bestand: 1 - 3
Paket: Band 1, Band 2 und Band 3 - Brandschutztechnische Beurteilung vorhandener Bausubstanz // Ausgewählte historische Normteile DIN 4102 ab 1934 // Ausgewählte historische TGL und weitere Vorschriften von 1963 bis 1990

ab 122,00 EUR inkl. MwSt.

ab 116,19 EUR exkl. MwSt.

Brandschutznormen online

Feuer kann fast immer und überall ausbrechen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, gibt es Brandschutznormen. Brandschutznormen online ermöglicht den Zugriff auf mehr als 200 druckbare Normen und Richtlinien im PDF-Format, die regelmäßig aktualisiert werden. Für Sachverständige steht zusätzlich ein Pool mit historischen Normen zur Verfügung.

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