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Trinkwasserqualität

Legionellen-Ausbreitung stoppen:
So helfen Normen und Richtlinien

Legionellengefahr in Gebäuden

Wird in den Wasserleitungen eines Gebäudes bei einem Legionellen-Test eine hohe Konzentration dieser Keime nachgewiesen, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Wasserwerke bereiten Trinkwasser zwar auf und kontrollieren es streng. Dafür sorgt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV), deren aktuelle Fassung 2020 in Kraft getreten ist. Trotzdem ist das Wasser beim Verlassen des Wasserwerks weder steril noch frei von Bakterien.

Trinkwasser erreicht die Verbraucher mit einer geringen, für Menschen unbedenklichen Bakterienanzahl. Eine geeignete Technische Gebäudeausrichtung (TGA) sorgt dafür, dass es verteilt und erwärmt wird. Steht erwärmtes Wasser länger in den Leitungen, dann wächst der sogenannte Biofilm – eine Schleimschicht, in der sich Mikroorganismen ansiedeln. Fließt das Wasser in diesen Leitungen dann wieder, können Teile des gewachsenen Biofilms abgelöst werden und Menschen einer Kontamination durch Legionellen ausgesetzt sein. Dieser Vorgang ist nicht ungewöhnlich, denn während der Ferien oder saisonaler Betriebsunterbrechungen stehen viele Gebäude über mehrere Wochen leer. Deshalb besteht dort die Pflicht zum regelmäßigen und vollständigen Wasseraustausch: Toiletten werden gespült, Wasserhähne laufen gelassen und Duschen aufgedreht.

Während der Corona-Pandemie erhalten die Diskussionen zum Thema Legionellen im Trinkwasser neue Aktualität. Denn durch den vermehrten Stillstand öffentlicher Einrichtungen, Schulen, Hotels, Gaststätten und Geschäftsräume wurde über längere Zeit kein Leitungswasser mehr entnommen. Damit kam es zu einer Stagnation des Wassers und einem damit verbundenen Wachstum der Legionellen-Population.

Legionellen verbreiten sich durch Aerosole, die bei der Vernebelung von Wasser (zum Beispiel beim Duschen) entstehen.

Legionellen gefährden die Gesundheit

Gelangt eine größere Anzahl an Legionellen in die Lunge, besteht eine Gefährdung für den Menschen. Das passiert, sobald ein legionellenhaltiger Sprühnebel (Aerosol) eingeatmet wird, wie er beim Duschen, bei der Benutzung eines Hochdruckreinigers oder bei Verdunstungskühlanlagen erzeugt wird. Wenn Legionellen in die Lunge geraten, können

  • ein fiebriger Infekt (Pontiac-Fieber) mit Symptomen einer Grippe auftreten oder
  • eine schwere Lungenentzündung, die Legionärskrankheit (Legionellose), entstehen, die sogar tödlich verlaufen kann.

Keine Gefährdung für Menschen besteht, wenn sie das mit Legionellen kontaminierte Wasser trinken, es zum Kochen verwenden oder sich die Hände damit waschen.

Gesundheitsschutz durch vorbeugende Maßnahmen

Um eine erhöhte Konzentration an Legionellen aus stagnierendem Wasser in Trinkwasserleitungen zu vermeiden, schreiben technische Regelwerke  (DIN 1988-200, VDI/DVGW 6023) einen kompletten Wasseraustausch innerhalb von 72 Stunden vor. Außerdem gilt grundsätzlich, dass die Wassertemperatur in einem bestimmten Bereich liegen muss:

  • In kaltem Wasser unter 20 °C vermehren sich Legionellen nur unbedeutend.
  • Wird Wasser über 70°C erhitzt, dann sterben die Legionellen ab.
  • Eine gesundheitsgefährdende Konzentration kommt in einem Temperaturbereich von 25 °C bis 55 °C vor.

Die TrinkwV sieht vor, dass Trinkwasserleitungen in Mehrfamilienhäusern alle drei Jahre auf einen Bakterienbefall hin kontrolliert werden müssen. Für Kindergärten und Schulen ist eine Kontrolle in jährlichem Rhythmus verpflichtend. Um einer unkontrollierten Vermehrung der Legionellen-Keime vorzubeugen, sollten

  • Wasserleitungen regelmäßig genutzt werden
  • inaktive Leitungsabschnitte (Totstränge) und Wasserstillstand im Leitungssystem vermieden werden
  • Regler-Temperaturen bei zentraler Wassererwärmung auf mindestens 60°C eingestellt sein und
  • Wassertemperaturen im Leitungssystem niemals unter 55°C fallen.

Technische Möglichkeiten ausschöpfen

Die gefährliche Konzentration von Legionellen in Trinkwasserleitungen, Warmwasserspeichern, Duschbereichen von Schwimmbädern, Whirlpool-Anlagen, Klimaanlagen oder Wasser-Luftbefeuchtern kann zusätzlich durch technische Maßnahmen und regelmäßige Wartung nahezu ausgeschlossen werden.

Eine Möglichkeit ist die thermische Desinfektion. In der Richtlinie DVGW W 551 des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) ist beschrieben, wie Großanlagen mit Warmwasserspeichern über 400 Liter Inhalt und Warmwasserleitungen mit über 3 Liter Inhalt einmal täglich auf 60 °C aufzuheizen sind. Dadurch wird der gesamte Inhalt des Speichers inklusive aller Leitungen heiß durchgespült. Weil solche Maßnahmen dem Ziel der Einsparung von CO₂ entgegenstehen, wird auch das membrantechnische Verfahren der Ultrafiltration ins Spiel gebracht. Erste Erfahrungen sprechen dafür, dass auch mit dieser Methode eine weitgehende Keimreduktion erzielt werden kann. Das Verfahren wird zurzeit noch in Feldversuchen erprobt, erste Anbieter haben es aber bereits im Programm. Wichtig ist dabei die regelmäßige Überwachung der Membranfasern, die automatisiert erfolgen kann.

​Fachleute der SHK-Branche einsetzen

Verunreinigungen im Trinkwasser lassen sich vermeiden, wenn einwandfreie Trinkwassertechnik von Fachpersonal installiert und regelmäßig gewartet wird. Fachleute aus dem SHK-Bereich (Sanitär-Heizung-Klima) kennen die umfangreichen technischen Regeln zur Hygiene in Trinkwasser-Installationen. Sie wissen um die Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung der Einbauten. Dabei schaffen Richtlinien wie die VDI/DVGW 6023, die VDI 2047 Blatt 2 oder die DIN EN 1717  Sicherheit für die verantwortlichen Ingenieure und Installateure, aber auch für Betreiber der Anlagen. Denn das Haftungsrisiko tragen beauftragte Unternehmen, Eigentümer oder Betreiber.

Vorgaben zu Reinigung und Desinfektion der Trinkwasser-Installationen sind im Arbeitsblatt DVGW W 557 enthalten. Es beschreibt grundlegend im Sinne der TrinkwV die Vorgehensweisen zur Vermeidung und Beseitigung mikrobieller Kontaminationen und Ablagerungen in Technischen Gebäudeanlagen zur Trinkwasserversorgung.

Publikationen

Publikation Beuth Praxis 2019-12

Legionellenrisiken in Verdunstungskühlanlagen und Kühltürmen
Ursachen und Vermeidung

ab 42,00 EUR inkl. MwSt.

ab 36,21 EUR exkl. MwSt.

Publikation Beuth Praxis 2019-06

Technische Hydromechanik 1
Grundlagen

ab 62,00 EUR inkl. MwSt.

ab 59,05 EUR exkl. MwSt.

Publikation [VORBESTELLBAR] Beuth Praxis 2020-08

Praxisleitfaden für Hersteller und Betreiber mobiler Trinkwasserversorgungsanlagen
Trinkwasser-Befüllungsanlagen und Anlagen in Fahrzeugen, Verteilungsanlagen für Volksfeste, Märkte und Großveranstaltungen

ab 86,00 EUR inkl. MwSt.

ab 81,90 EUR exkl. MwSt.

VDI Richtlinien und Kommentare

Technische Regel 2020-05

VDI 3810 Blatt 2; VDI 6023 Blatt 3:2020-05;VDI 3810 Blatt 2:2020-05;VDI 6023 Blatt 3:2020-05
VDI 3810 Blatt 2: Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen - Trinkwasser-Installationen - VDI 6023 Blatt 3: Hygiene in Trinkwasser-Installationen - Betrieb und Instandhaltung

ab 94,21 EUR inkl. MwSt.

ab 89,72 EUR exkl. MwSt.

Technische Regel Entwurf 2020-05

VDI 6023 Blatt 1:2020-05 - Entwurf
Hygiene in Trinkwasser-Installationen - Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung

ab 66,63 EUR inkl. MwSt.

ab 63,46 EUR exkl. MwSt.

Publikation [VORBESTELLBAR] VDI Kommentar 2020-12

Verdunstungskühlanlagen
Hygienegerechtes Planen, Installieren, Betreiben und Instandhalten - Kommentar zu VDI 2047 Blatt 2 und Blatt 3

ab 78,00 EUR inkl. MwSt.

ab 74,29 EUR exkl. MwSt.

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13627 Berlin