Alexander StahrProfessor für Tragwerkslehre (im Studiengang Architektur), HTWK Leipzig, FLEX | Professional.Resarch.Team

Bildquelle: HTWK Leipzig, Marco Dirr

Alexander Stahr (*1973) ist promovierter Bauingenieur und seit 2010 Professor für Tragwerkslehre an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig. Kernanliegen seiner schwerpunktmäßig im Studiengang Architektur angesiedelten Lehre ist die Vermittlung eines Gefühls für den Kräftefluss in Konstruktionen mit Hilfe der (bildhaften) Methoden der grafischen Statik sowie durch Anwendung digital-parametrischer Werkzeuge. Seine Forschungsarbeit fokussiert auf das Thema des ressourcensparenden Bauens durch kombinierte Nutzung natürlicher geometrischer Krümmungseffekte auf der Basis durchgängig digitaler Prozessketten in Entwurf, Planung, Vorfertigung, Transport und Montage.

Stahr ist Initiator und Motivator der interdisziplinären Forschungsgruppe FLEX, welche seit 2014 in verschiedenen anwendungsorientierten Forschungsprojekten mit unterschiedlichen Praxispartnern kooperiert und Lösungen für das Bauen der Zukunft entwickelt.

Stahr wurde 2008 mit einer Arbeit zur „Konstruktiven Optimierung von Knotenverbindungen einlagiger Stabwerke“ an der Bauhaus- Universität Weimar promoviert und arbeitete anschließend für „Bollinger+Grohmann Ingenieure“ in Frankfurt am Main (Projekte: House of Music, Aalborg; Hermes Flagship Store, Paris) sowie „Staupendahl und Partner“ in Leipzig/Weimar.

Für die Forschungen zum Zollingerdach wurde seine Forschungsgruppe FLEX auf der „denkmal 2017“ mit der „Goldmedaille für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa“ ausgezeichnet.

Vortragsthema

Die Zollingerbauweise – Renaissance eines alten Konstruktionsprinzips?

  • Holzstrukturleichtbau nach dem Zollinger-Prinzip
  • Geometrie und Konstruktion im effizienten Zusammenspiel
  • Mikroversatzknoten als innovatives Verbindungsdetail
  • Vorfertigung gekrümmter Elemente
  • Digitale Prozessketten von Entwurf bis Montage

Können die Möglichkeiten der Digitalisierung einer (fast) in Vergessenheit geratene Konstruktion eine neue Zukunft eröffnen? Architekten und Ingenieure der interdisziplinären Forschungsgruppe FLEX an der HTWK Leipzig haben neue Lösungen zum Bau ressourceneffizienter Holzdächer nach dem „Zollinger-Prinzip“ entwickelt. Diese zielen darauf, zwei systembedingte Schwächen der Original-Konstruktion gezielt zu eliminieren und gleichzeitig ihre Einfachheit zu bewahren. Im Ergebnis eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für die praktische Anwendung, weit über Prestigeobjekte und Sonderbauten hinaus.