Bedeutung der ISO-Revision für Qualitätsmanagement in Unternehmen

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Leo Stühler von Infineon Technologies AG erklärt als Experte die wichtigsten Veränderungen und Verbesserungen der Revision

Für Qualitätsmanagement-Beauftrage in Unternehmen, die bereits nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert sind, bedeutet die ISO 9001:2015-Revision vor allem eines: Unsicherheit, Veränderung und natürlich die Frage, ob man sich nach der neuen Norm zertifizieren lassen sollte. Ist es zum Beispiel tatsächlich so, dass der Qualitätsmanagement-Beauftragte nicht mehr gefordert ist oder seinen Einfluss verliert? Und was bedeuten die Änderungen der neuen ISO 9001 generell für die Unternehmen? Der Leiter Normung und Standardisierung der Infineon Technologies AG stellt klar: Der Qualitätsmanagement-Beauftragte (QMB) bleibt, aber die Verantwortlichkeiten verschieben sich. Im Interview erklärt er, was das konkret für die Unternehmen und deren Qualitätsmanager bedeutet und welche fünf Schritte für eine erfolgreiche Vorbereitung auf die neue DIN EN ISO 9001:2015 notwendig sind.

Herr Stühler, die Revision der ISO 9001 ist erfolgt. Was waren aus Ihrer Sicht Gründe, die eine neuerliche Revision unerlässlich gemacht haben?

Die ISO-Regularien sehen vor, dass jede ISO-Norm spätestens nach fünf Jahren daraufhin überprüft wird, ob Handlungsbedarf bezüglich einer Überarbeitung besteht. Bei dieser systematischen Überprüfung im März 2012 votierte die Mehrheit der Mitglieder des zuständigen ISO-Komitees mit 34 zu 22 Stimmen für eine Überarbeitung der ISO 9001. Neben diesem formalen Grund war der Hauptzweck der Revision, ausgehend von den divergierenden Interessen zum Anwendungsbereich und Umfang der Norm im Konsens ein für die Anwender attraktives und zukunftsweisendes Dokument zu schaffen.

Warum ist es wichtig, sich mit der Revision zu beschäftigen?


Die ISO 9001:2015 enthält wesentliche Änderungen und Neuerungen. Es ist naheliegend, sich damit rechtzeitig vertraut zu machen und bei Bedarf entsprechende Anpassungen vorzunehmen, wenn ein Unternehmen weiterhin ein ISO 9001 konformes Qualitätsmanage-mentsystem aufrechterhalten will.

In drei Punkten. Was sind die wesentlichen Änderungen?


1. Die Struktur der Norm: Im Dezember 2011 wurde bei ISO für Managementsystem-normen eine gemeinsame Struktur mit einheitlicher Gliederung, identischen Textbau-steinen und Definitionen eingeführt, die für alle neuen und alle zu überarbeitenden Managementsystemnormen verbindlich anzuwenden ist.
2. Der größere Freiheitsgrad für die Unternehmen: Im Vergleich zu den früheren Ausgaben der Norm wird den Unternehmen an manchen Stellen eine größere Flexibi-lität bezüglich der Festlegung der relevanten Anforderungen zugestanden. So sind zum Beispiel die Forderungen nach einem „Qualitätsmanagementhandbuch“ und nach dem „Beauftragten der obersten Leitung“, dem viel zitierten QMB, entfallen. Es liegt jetzt in der Verantwortung des Unternehmens, Art und Umfang der entsprechen-den relevanten Anforderungen selbst festzulegen. Es ist empfehlenswert, dafür objek-tive Kriterien heranzuziehen.
3. Die stärkere Verpflichtung der Unternehmensleitung: Die Botschaft lautet „Quali-tät ist Chefsache“, das heißt, die oberste Leitung muss unter anderem „die Bedeu-tung eines wirksamen Qualitätsmanagements sowie die Wichtigkeit der Erfüllung der Anforderungen des Qualitätsmanagementsystems vermitteln.“

Veröffentlicht: September 2015

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