Normen. Einfach. Managen.

Erfolg mit Normen-Management-Lösungen: die Siemens AGWie Siemens mit dem DITR-Datenservice über 350.000 Mitarbeiter barrierefrei in die Zukunft führt.

Mithilfe unseres Normen-Service Noris, der auf dem DITR Datenservice basiert, findet bei uns jeder in kürzester Zeit die Norm, die er braucht.


THOMAS HAIZMANN-SERVICE MANAGER NORMEN BEI SIEMENS CORPORATE TECHNOLOGY
Der Name Siemens steht seit 170 Jahren für herausragende technologische Expertise. Aus dem Erfindergeist des Firmengründers Werner von Siemens ist inzwischen das weltweit gültige Versprechen „Ingenuity for Life“ geworden. Damit treibt das Unternehmen seine Aktivitäten auf den Gebieten Industrie, Energie, Gebäudetechnik, Mobilität und Gesundheit weiter voran – und setzt international Maßstäbe an Innovationsstärke, Qualität und Zuverlässigkeit. Mit rund 350.000 Mitarbeitern hat Siemens im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von annähernd 80 Milliarden Euro erzielt.

Wir haben Thomas Haizmann, Service Manager Normen bei Siemens Corporate Technology, gefragt, wie der Konzern das weltweite Normen-Management organisiert:

Herr Haizmann, was sind die Herausforderungen im Normen-Management bei Siemens?

Aktualität und Geschwindigkeit sind sehr wichtig. Es kommen immer mehr Anfragen nach Normen, und wir stellen unseren internen Nutzern rund um den Globus alle gewünschten Normen aktuell und zeitnah zur Verfügung. Bei uns gibt es viele verschiedene Aktualisierungsservices, zum Teil nach Themenbereichen organisiert, die unsere Nutzer über Normen-Aktualisierungen informieren und auf die entsprechenden Folgeausgaben der Normen hinweisen. Normen, die nicht direkt im Download verfügbar sind, bestellen die Nutzer bei uns. Beuth ist da unser erster Ansprechpartner – damit wir schnell liefern können.

Wie organisieren sie die Aufgaben in ihrer Abteilung?

Wir bewerkstelligen alles mit unserem Service NORIS, den wir auf Basis des DITR-Datenservice betreiben. Zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich um interne Sammlungen und Aktualisierungen – auch um Bestellungen an den Beuth Verlag. Wenn Beuth die Originalnormen nicht liefern kann, bestellen wir auch bei anderen Normen-Herausgebern. Und eine Kollegin wickelt den technischen Kundenservice ab‚ wenn beispielsweise der Download einer Norm nicht funktioniert.

Welche Bereiche und Abteilungen greifen auf die Normen zu?

Unsere Hauptnutzer kommen aus der Forschung und Entwicklung, der Fertigung, dem Produktmanagement, aber auch aus dem Einkauf und der Qualitätssicherung. Wir haben Nutzer, die sich im Jahr 100 bis 200 Normen oder noch mehr an-sehen, und dann wiederum auch Nutzer, die einmal in drei Jahren in eine Norm schauen. Immer wichtiger wird auch die Anbindung an Siemens-interne (z. B. SAP-basierte) Workflow-Systeme in unseren Divisionen.

Gibt es Beschränkungen bei den Zugriffsrechten?

Weltweit kann prinzipiell jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter über das Siemens-Intranet auf die lizenzierten Normen zugreifen und diese mit einem Klick öffnen. Allerdings muss sie/er sich dafür zuvor in unserem Service online authentifizieren und sich verpflichten, urheberrechtliche und interne Einschränkungen für die Verwendung der Normen zu respektieren. Falls unser Normen-Angebot nicht online verfügbar ist, besteht die Möglichkeit, Normen über die direkte Schnittstelle zum Beuth Verlag herunterzuladen. Viele exotische Normen gibt es aber nur in Papierform, die dann direkt an unsere Besteller verschickt werden.

Welche Regelwerke werden heute für das Unternehmen verwaltet?

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Regelwerke stark gestiegen. 2012 waren es noch zehn große Regelwerke, für die wir die Firmenlizenzverträge hatten – vor allem die deutschen Datensätze DIN, ISO, VDE, VDI usw. Heute werden verstärkt auch Normen aus Korea, Brasilien und China angefragt – amerikanische Normen für das USA-Geschäft werden immer wichtiger. Sogar iranische Normen stehen auf der Wunschliste; diese sind aber zurzeit nicht lieferbar. Nahezu alle bibliographischen Daten, auch für die amerikanischen, chinesischen, koreanischen Normen, erhalten wir in Form der DITR-Daten von der DIN-Software GmbH. Damit füttern wir unsere Applikation.

Wie kann bei so hohen Nutzerzahlen Sicherheit garantiert werden?

Da muss man zwischen dem sicheren Betrieb des Servers und dem sicheren Betrieb des Service, d. h. Zugangskontrolle, Überwachung der Aktivitäten usw., unterscheiden. Unser Team ist für den Betrieb des Service zuständig und überwacht alle Vorgänge, von der ersten Anfrage über das Herunterladen des Dokuments bis zur Abrechnung. Besonders wichtig ist uns die Transparenz über die heruntergeladenen Dokumente. Einerseits sind wir den Herausgebern gegenüber verpflichtet, dies jederzeit nachweisen zu können, andererseits benötigen wir dies für die Siemens-interne Verteilung der Kosten.

Und wie sieht es mit der Serversicherheit aus?

Was die Serversicherheit angeht, wissen wir eine starke zentrale IT hinter uns. Dort administrieren und schützen kompetente Kollegen unseren Server. Unser System läuft extrem stabil.

Welche Neuerungen sind im Bereich Normen-Management-Lösungen geplant?

Wir sind natürlich immer dabei, unseren Service zu verbessern beispielsweise durch zusätzliche Normen-Pakete, also weitere bibliographische Daten oder weitere Länder, die jetzt interessant sind. Dies wird durch die Anfragen unserer Nutzer gesteuert. In solchen Fällen schauen wir, ob es beim DITR-Datenservice ein entsprechendes Angebot gibt. Manchmal fragen wir unsere Kunden auch: „Seid ihr bereit, etwas dafür zu zahlen?“ Das ist dann die Probe, ob etwas wirklich gebraucht wird.

Wo könnten Digitalisierung oder Industrie 4.0 Ihnen Neues abverlangen?

Diese beiden Themen sind zurzeit in aller Munde und wirken sich auch bereits auf verschiedene Normungsthemen aus. Konkrete Auswirkungen auf die Normen-Verwaltung und -Bereitstellung sind im Moment aber für uns noch nicht deutlich zu erkennen. Möglicherweise ergeben sich künftig neue Herausforderungen, wenn Normen nicht mehr nur von Menschen, sondern auch von Maschinen abgerufen werden. Aber wir beobachten natürlich ständig das Umfeld. Erst kürzlich wurde auf einem Meeting beim Beuth Verlag vorgestellt, dass DIN-Normen künftig auch im XML-Format verfügbar sein werden; da ergeben sich sicher viele neue Möglichkeiten und Funktionalitäten gerade auch für die Verwaltung unserer Normen. Bei solchen Neuheiten wollen wir dranbleiben, sofern die Kollegen einen Nutzen davon haben. Das hat bei uns immer oberste Priorität.

Bekommen Sie Zwischendurch auch Feedback? 

Ja, wir machen einmal im Jahr eine Nutzerumfrage und werden regelmäßig gut bewertet. Darin fragen wir auch Neuerungen ab und welche Anregungen es gibt. Die erste Anregung ist zu-meist: „Ich hätte bitte gern mehr, und das umsonst.“ Die Inder wollen indische Normen. Die Australier wollen australische Normen. Die Amerikaner wollen alle amerikanischen Normen. In unserem Antwortbrief erklären wir dann‚ dass wir nicht alle Normen pauschal einkaufen können. Die Lizenzkosten für eine weltweite Verwendung durch alle Siemens-Divisionen sind einfach so hoch, dass es sich nicht rentiert. In diesen Fällen können wir aber z. B. für einzelne Standorte einkaufen und technisch dafür sorgen, dass nur Mitarbeiter dieser Standorte zugreifen können. Wichtige Normen oder solche, die ständig gebraucht werden wie z. B. DIN, ISO, VDI, VDE, IEC, kaufen wir natürlich als Komplettpaket mit Firmenlizenz – andere nur bei Bedarf.

Bei Herrn Haizmann bedanken sich die Interview-Partnerinnen Julia Kühne, Strategisches Marketing im Beuth Verlag, und Esther Schneider, freie Autorin.
 

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