Baulicher Brandschutz im Bestand: Beurteilung von Bestandsbauteilen
Zum Thema
Bei der Erarbeitung eines Brandschutzkonzeptes für ein Bestandsgebäude stellt sich oftmals die Frage danach, wie die vorgefundenen Bauteile in brandschutztechnischer Hinsicht angemessen zu beurteilen seien. Einerseits ist es zumeist weder möglich noch sinnvoll eine normengerechte Bewertung vorzunehmen, andererseits verlangen sowohl beteiligte Behörden bzw. Prüfende als auch Bauherren eine entsprechende Vorgehensweise. Trotz zumeist nicht mehr gegebener Gültigkeit wird zunächst ein lohnender Blick in historische Dokumente geworfen, um zu verstehen, welche brandschutztechnischen Gedanken hinter bauzeitlichen Konzeptionen stecken. Dem schließt sich die Diskussion der Gefahrbegriffe beim Umgang mit historischer Bausubstanz an; die wesentlichen Unterschiede zwischen einer Sanierung und einer denkmalpflegerischen Behandlung werden ergänzend erörtert. Die exemplarische brandschutztechnische Beurteilung ausgewählter Bestandsbauteile erfolgt geordnet nach jeweiliger konstruktiver Funktion und nach Materialien. Wie diese Einzelbeurteilungen erfolgreich in ein Brandschutzkonzepte übertragen werden können, dem widmet sich das Praxisseminar anhand ? z. T. unter Einsatz von Ingenieurmethoden ? durchgesetzter Brandschutzkonzepte.
Das Seminar richtet sich an Architekten, Planungs- und Ingenieurbüros, Brandschutzplaner, Sachverständige, Bauämter, Bauaufsicht, Bauwirtschaft.
Veranstaltungsziel:
- ? Vermittlung und Vertiefung von berufsorientiertem Grundwissen hinsichtlich des Brandschutzes bei bestehenden Gebäuden
- ? Überblick über die brandschutzrelevanten Baubestimmungen zur angemessenen Beurteilung bestehender Gebäude und Bauteile (historische DIN-Normen, relevante Fachliteratur und TGL)
- ? Diskussion von Praxisbeispielen aus den Bereichen Sanierung und Denkmalpflege
Seminarbeginn: 09:00 Uhr
Einleitung
Entwicklung von deutschen Vorschriften des Brandschutzes
- ? Entwicklung des Brandschutzes im 20. Jahrhundert
- ? Vereinheitlichende baupolizeiliche Vorschriften
- ? Blick aus ausgewählte historische Vorschriften
- ? Entstehung von DIN 4102 und deren Weiterentwicklung bis heute
Diskussion der Gefahrbegriffe
- ? Bestandsschutz und Umnutzungen
- ? Beurteilung der Gefahren
- ? Bauordnungsrechtliches Anpassungsverlangen und genügende Brandsicherheit
- ? Unterschiede zwischen Sanierung und denkmalpflegerischer Behandlung
Brandschutztechnische Beurteilung ausgewählter Bestandsbauteile
? Auswertung von Brandereignissen im Detail
? Wände
- ? Stützen, Balken und Unterzüge
- ? Treppen
- ? Türen
Fallbeispiele aus der Praxis
- ? Geeignete brandschutztechnische Bestandsaufnahme
- ? Beurteilung von Bestandsbauteilen innerhalb eines Brandschutzkonzeptes
- ? Korrekte Bezugnahme auf historische Quellen
- ? Bauordnungs- und zivilrechtliche Belange bei der Beurteilung
- ? Argumentationshilfen für die Prüfung von Brandschutzkonzepten
Zielgruppen:
Das Seminar richtet sich an Architekten, Planungs- und Ingenieurbüros
Referent(en):
Dr.-Ing.
Gerd Geburtig
Planungsbüro Geburtig
Architekten & Ingenieure
Weimar
Leistungen:
Arbeitsunterlagen sind im Seminarpreis enthalten.
Informationen über firmeninterne Veranstaltungen zu Sonderkonditionen bitte gesondert erfragen bei:
DIN-Akademie im Beuth Verlag
Am DIN-Platz
Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin
E-Mail: dinakademie@beuth.de
Auskünfte: Telefon: 030 2601-2518


