Wir sind telefonisch für Sie erreichbar!

Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 16:00 Uhr

Freitag von 08:00 bis 15:00 Uhr

Kundenservice National
Telefon +49 30 2601-1331
Fax +49 30 2601-1260

Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Krankheitsrisiken mindern, Unfälle verhindern: ISO 45001 führt Arbeitsschutz und betriebliches Gesundheitsmanagement zusammen.

Safety Culture Ladder – eine neue Herausforderung unserer Zeit

Neben SCC (Sicherheits-Certifikat-Contraktoren) und nach der Umstellung vom britischen Standard OHSAS:18001 auf eine internationale Norm, ISO 45001, erobert ein neues Arbeitsschutz-Managementsystem den Markt: die Safety Culture Ladder (SCL). Entwickelt wurde das Modell in den Niederlanden, wo auch schon SCC entstand. Es soll vor allem ein sicheres Zusammenarbeiten ermöglichen – in den Worten der Autorinnen und Autoren: Working safely together.

Was unterscheidet das neue Modell von den bekannteren Arbeitsschutz-Normen?
Die Expertin Dr. Grit Reimann gibt eine Übersicht.

Das Niederländische Normierungsinstitut (NEN) hat die Safety Culture Ladder (SCL) vor dem Hintergrund einer zunehmend komplexen Arbeitswelt konzipiert, in der die Arbeitnehmer – darunter auch viele aus dem Ausland – in einem immer schnelleren Tempo immer mehr Leistungen erbringen. Das Stufenprinzip soll vor allem das Bewusstsein für Gefährdungen schärfen und die Arbeitsbedingungen sicherer machen. Drei Ziele verfolgt die Safety Culture Ladder:

  • Förderung des Arbeitsschutzbewusstseins
  • Sichere Arbeitsweise
  • Verminderung unsicherer Situationen, Schäden und Unterlassungen

Aber ist das wirklich neu?

In der systematischen Vorgehensweise um das Thema Managementsysteme gibt es verschiedene Ansätze, die zu einer kontinuierlichen Verbesserung führen können.

Beispielsweise folgen „Business-Excellence-Roadmaps“ oder „Climbing the Customer Ladder“ derselben Philosophie, sich schrittweise einem Optimum zu nähern. Auch bei der SCL erklimmt man eine Stufe nach der anderen – mit dem Ziel, die Soft Skills der Führungskräfte und der Beschäftigten zu verbessern und eine Sicherheitskultur im Unternehmen zu etablieren.

Ganz neu ist diese Herangehensweise nicht, doch die Safety Culture verfolgt ihre Ziele mit einem umfassenderen Ansatz.

Wer kann die Safety Culture Ladder einführen?

SCL ist grundsätzlich

  • für jede Unternehmensgröße (gemäß Beschluss des NEN wird die SCL-Zertifizierung nicht auf Unternehmen unter 5 Mitarbeitern angewendet)
  • für jede Art von Unternehmen
  • für die Industrie wie auch für den Dienstleistungssektor

anwendbar. Safety Culture Ladder bietet einen Rahmen für sicheres Arbeiten für alle Parteien der Sektoren.

Bisher wird SCL bei dem größten niederländischen Bahnunternehmen ProRail und seinen Lieferanten sowie bei dem Übertragunsnetzbetreiber TenneT eingesetzt. Beispielsweise müssen Unternehmen, die einen Vertrag mit TenneT unterzeichnen, nach SCL zertifiziert sein.

Das System der Safety Culture Ladder

Safety Culture Ladder soll einen Standard für die objektive Messung der Arbeits- und Gesundheitsschutzleistung darstellen, wobei gerade der Aspekt Gesundheitsschutz nur wenig im Standard selbst erwähnt wird. Er liefert einen Ansatz zur stufenweisen Entwicklung von Unternehmen auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes.

Safety Culture Ladder definiert fünf Niveaustufen. Für jede Stufe werden Anforderungen deklariert, die mit Kriterien unterlegt werden (sogenannte Standards). Für die unabhängigen Prüfer wird zusätzlich deren Wichtung aufgeführt und worauf sie zu achten haben. Dabei werden 6 Perspektiven oder auch Unternehmensaspekte zugrunde gelegt.

Unternehmensaspekte

Charakteristika

Führung & Beteiligung

  • Interesse des Managements
  • Mitarbeiterbeteiligung
  • Belohnung für gute Leistungen

Unternehmenspolitik & Strategie

  • Unfallursachen
  • Profitabilität und Kontinuität

Organisation & Vertragspartner

  • Vertragspartner
  • Kompetenz und Fortbildung
  • Abteilung für Arbeitsschutz

Arbeitsplatz & Verfahren

  • Arbeitsplanung
  • Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Verfahren

Abweichungen & Kommunikation

  • Meldung
  • Untersuchung von Unfällen
  • Nachbereitung von Unfällen
  • tägliche Kontrolle
  • Sitzungen

Prüfung & Statistiken

  • Prüfungen und Kontrollen
  • Trends und Statistiken

Die 5 Stufen der Leiter

Safety Culture Ladder unterscheidet 5 Leiterstufen oder auch Reifestufen, die den Entwicklungsstand des Unternehmens widerspiegeln.

Stufe 1: (pathologisch)

Das Unternehmen kümmert sich nicht um Arbeitsschutzbelange. Merkmal ist, dass Verantwortlichkeiten im Arbeitsschutz nicht geregelt sind. (kein Bewusstsein)

Stufe 2: (reaktiv)

Arbeitsschutzthemen werden nur im Fall von Vorkommnissen behandelt. Regeln werden mit geringer Nachhaltigkeit umgesetzt. Merkmal ist, dass Regeln bekannt sind, aber nicht kontinuierlich befolgt werden. Probleme werden mit Schuldzuweisungen in Verbindung gebracht. Reaktionen basieren auf tief verankerten Mustern (Was kann ich dafür? Das haben wir schon immer so gemacht! Da hat noch keiner danach gefragt.) (Umsetzungsbarrieren)

Stufe 3: (kalkulativ)

Sicherheitsregeln sind festgelegt, werden aber nicht konsequent befolgt. Die Verantwortung für Arbeits- und Gesundheitsschutz sind an das Management adressiert. Merkmal: Ein grundlegendes Bewusstsein für Arbeitsschutz ist vorhanden. Aus Sicht der Autoren sollten Unternehmen, die bereits nach ISO 45001 oder SCC zertifiziert sind, diese Stufe problemlos nehmen.

Stufe 4: (proaktiv)

Sicherheit hat im Unternehmen eine hohe Priorität. Merkmal: Das Unternehmen kümmert sich um den Arbeitsschutz, Führung und Beschäftigte arbeiten proaktiv an den Themen. Verbesserungen werden strukturell umgesetzt, Beschäftigte achten gegenseitig auf sicheres Verhalten. Es gibt eine sichtbare Sicherheitskultur im Unternehmen.

Stufe 5: (fortschrittlich)

Sicherheitsregeln sind in den Geschäftsprozessen integriert. Merkmal: Sicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit.

Wie kann die Safety Culture Ladder in den Unternehmensalltag implementiert werden?

Die Safety Culture Ladder kann in folgenden Schritten eingeführt werden:

Safety Culture Ladder, DIN ISO 45001

Kann Safety Culture Ladder zertifiziert werden?
Gibt es Unterschiede zu den bisherigen Managementsystem-Zertifizierungen?

Die Zertifizierung von Safety Culture Ladder kann nur von zugelassenen Zertifizierungsgesellschaften erfolgen. Die Zertifizierungsstellen bestimmen den Anwendungsbereich

  • der Prüfung,
  • der Befragungen und
  • der zu prüfenden Projekte.

Auch Subunternehmen müssen sich den Befragungen der Prüfer unterziehen.

Zum Einsatz kommen immer zwei unabhängige Prüfer (Auditoren), wobei einer der beiden die Rolle des leitenden Prüfers übernimmt.

Prinzipiell folgt man vier unterschiedlichen Methoden:

  1. Zunächst findet eine Selbsteinschätzung des Unternehmens statt, diese wird dann von der SCL-ZS (Safety Culture Ladder Zertifizierungsstelle) anhand zur Verfügung gestellter Fakten analysiert.
  2. Anschließend werden Interviews zum Verifizieren der Fakten durchgeführt.
  3. Da eine Zertifizierung nicht ohne Vor-Ort-Besuch stattfinden kann, werden sogenannte Arbeitsbesuche (Audits) durchgeführt. Der Umfang der Arbeitsbesuche (des Audits) richtet sich nach der Anzahl der Beschäftigten.
  4. Ab der Niveau-Stufe 4 werden unangekündigte Arbeitsbesuche durchgeführt.

Unternehmen werden grundsätzlich auf Stufe 2 geprüft. Erfüllt das Unternehmen die Anforderung der Stufe 2 nicht, so wird es nach Stufe 1 zertifiziert, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • rechtliche Anforderungen werden eingehalten,
  • die Safety Culture Ladder Prüfung wurde durchgeführt und
  • es gibt eine Absichtserklärung einer Weiterentwicklung entlang der Safety Culture Ladder.

Wo ist Safety Culture Ladder unter den etablierten Arbeitsschutzmanagementsystemen anzusiedeln?

Wir sehen Safety Culture Ladder nicht in Konkurrenz zu den etablierten Managementsystemen, sondern als Erweiterung zu rechtlichen Anforderungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz oder zu bestehenden Managementsystemen. Selbstverständlich kann es auch als eigenständiges A&G-System implementiert werden.

Safety Culture Ladder stellt ein sehr gutes Instrument dar, den Durchdringungsgrad des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Unternehmen zu bemessen. Auch hier steht die zentrale Frage im Mittelpunkt, inwieweit das Management seiner Führungsrolle für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gerecht wird und alle Beschäftigten beteiligt.

Neugierig geworden?

Auf die Leiter, fertig, los!

Publikationen

Publikation Beuth Praxis 2020-04

Erfolgreiches Management der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - DIN ISO 45001, SCC, Safety Culture Ladder
Lösungen zur praktischen Umsetzung - Textbeispiele, Musterformulare, Checklisten

ab 128,00 EUR inkl. MwSt.

ab 121,90 EUR exkl. MwSt.

152,50 EUR inkl. MwSt.

145,24 EUR exkl. MwSt.

508,30 EUR inkl. MwSt.

484,10 EUR exkl. MwSt.

Erste Schritte zum Aufbau eines SGA-Managements nach DIN ISO 45001

Lösungen für ein zuverlässiges Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement – mit Checkliste für Führungskräfte und Sicherheitsbeauftragte

von Gjergj Dojani und Dr. Grit Reimann


Arbeits- und Gesundheitsschutz ist eine wesentliche Führungsaufgabe. Die Gesunderhaltung der Mitarbeiter zu fördern, rechtliche Anforderungen für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz einzuhalten und mögliche Gefährdungen auszuschließen, gewinnt vor dem Hintergrund eines sich verengenden Arbeitsmarkts immer mehr an Bedeutung. Managementsysteme helfen dabei, die Anforderungen seitens Gesetzgeber, der Berufsgenossenschaften, Gewerbeaufsichtsämter, Auftraggeber und Beschäftigten auf systematische und zuverlässige Weise zu sichern.

Internationale Richtschnur

Mit der Veröffentlichung eines nunmehr internationalen Standards zu Sicherheit, Gesundheits- und Arbeitsschutz, der ISO 45001, wird der Versuch unternommen, diesem umfassenden Thema eine noch stärkere Aufmerksamkeit zu geben und einheitliche Standards weltweit zu etablieren. Jetzt steht die DIN ISO 45001:2018 mit anderen ISO-Managementsystemnormen auf einer Ebene. Damit finden Akkreditierungs- und Normanforderungen der ISO (International Organization for Standardization) und des IAF (International Accreditation Forum) internationale Anwendung. Diese Anforderungen regeln weltweit unter anderem die Zulassungskriterien für Auditoren wie auch die praktische Durchführung von Audits und die Zertifizierung von Organisationen. DIN ISO 45001-Zertifikate genießen erst jetzt denselben Stellenwert wie Zertifikate anderer Managementsystemnormen.

Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit

Einheitliches Vorgehen

Die DIN ISO 45001:2018-06 und der dazugehörige Leitfaden im Anhang sind eine Norm für den Aufbau und die Aufrechterhaltung eines anerkannten Managementsystems für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Für die Managementsystemnormen wurde die sogenannte High Level Structure entwickelt. Darin sind Normabschnitte und Kerntexte für die Konzipierung von Managementsystemen verbindlich festgelegt. Daher ist die DIN ISO 45001 kompatibel zu den bereits international etablierten Managementsystemen für Qualität (DIN EN ISO 9001) und Umweltschutz (DIN EN ISO 14001). Eine Integration in bestehende Managementsysteme ist somit gegeben.

DIN ISO 45001 legt Anforderungen an ein Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit fest. Diese gliedern sich in zehn Normabschnitte, die teilweise mit Unterpunkten versehen sind:

  1. Zweck
  2. Normativer Verweis
  3. Definitionen
  4. Kontext der Organisation
  5. Führung und Konsultation
  6. Planung
  7. Unterstützung
  8. Betrieb
  9. Analyse
  10. Verbesserung


Die DIN ISO 45001 stellt mit der Orientierung an der High Level Structure, der für alle Managementsysteme verbindlichen Gliederung, neue Anforderungen in den Fokus. Sie betreffen insbesondere die Sondierung des Kontexts der Unternehmung in Verbindung mit der Identifizierung der interessierten Parteien, deren Erwartungen und den mit ihnen verbundenen Chancen und Risiken.

Kontext des Unternehmens

Der Begriff „Kontext“ lässt sich einfacher als Beziehungsgefüge oder Beziehungsgeflecht umschreiben, in dem ein Unternehmen agiert. Die Definition des Kontexts ist der wesentliche Ausgangspunkt für die Gestaltung des Managementsystems und die Festlegung seiner Grenzen. In der Regel wird folgendes Vorgehen zur Aufstellung des Kontexts der Organisation gewählt:

  • Bestimmung externer und interner Themen
  • Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen von Beschäftigten und anderen interessierten Parteien
  • Festlegung des Anwendungsbereichs des SGA-Managementsystems
  • Konzeption und Aufbau des SGA-Managementsystems

Bei der Sondierung des Kontextes wird die Organisation aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, um den Regelbedarf und Freiheitsgrade der Organisation zu ermitteln.

 Sondierung des Kontextes der Organisation:

Regelungsbedarf + Freiheitsgrad = Managementsystem

Der erste Schritt

Das Verstehen der Organisation und ihres Kontextes ist der erste Schritt zum Aufbau eines SGA-Managementsystems. Denn davon leiten sich die ersten Ansätze ab, um ein angemessenes und wirksames Managementsystem zu etablieren. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist die Basis für die Definition des Anwendungsbereichs eines SGA-Managementsystems und damit entscheidend für die Planung der Umsetzung.

Um Kenntnisse über die Organisation und ihren Kontext herauszuarbeiten, müssen Themen definiert werden, die für die Organisation von Relevanz sind.

Wir unterscheiden externe und interne Themen, die eine Auswirkung auf die SGA-Ergebnisse der Organisation haben oder haben könnten:

Externe Themen + Interne Themen = Auswirkung = SGA-Ergebnisse der Organisation

Dabei bleibt zu berücksichtigen, dass externe und interne Themen sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die SGA-Ergebnisse der Organisation haben können. Die folgenden Fragen sollen helfen, Themen hinsichtlich ihrer Relevanz zu bewerten (also wichtige von unwichtigen Themen zu unterscheiden).

Um die Inhalte des Managementsystems systematisch zu erfassen, helfen Ihnen zwei umgangssprachliche Formulierungen. Immer, wenn Sie sagen können

  • „Das ist für uns ein Thema“ oder
  • „Es muss geregelt werden“

haben Sie einen wichtigen Punkt identifiziert, den Sie in Ihre Planung aufnehmen müssen.

Managementnormen online

Managementsysteme helfen Unternehmen, effizienter und transparenter zu arbeiten. Mit unserem Online-Dienst behalten Sie die Übersicht über die führenden, weltweit anerkannten Managementsystemnormen, zum Beispiel DIN EN ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und DIN ISO 45001 (Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagement).

Checkliste – Sicherheit, Gesundheit und Arbeitsschutz

von Gjergj Dojani und Dr. Grit Reimann

  • Um die Inhalte des Managementsystems systematisch zu erfassen, helfen Ihnen zwei umgangssprachliche Formulierungen. Immer, wenn Sie sagen können

    • „Das ist für uns ein Thema“ oder
    • „Es muss geregelt werden“

    haben Sie einen wichtigen Punkt identifiziert, den Sie in Ihre Planung aufnehmen müssen.

  • Ist-Zustand

    Sozioökonomisches Umfeld (kulturelles, soziales, politisches, gesetzliches, finanzielles, technologisches, wirtschaftliches und natürliches Umfeld, sowie Wettbewerb: international, national, regional, lokal)

    • In welchem Umfeld bewegt sich die Organisation?
    • Was sind die kulturellen Rahmenbedingungen?
    • Gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen, die meine Tätigkeiten und Dienstleistungen betreffen?
    • Wie ist die finanzielle Lage des Unternehmens?
    • Welche Technologien kommen zum Einsatz?
    • Wie ist das „natürliche“ Umfeld des Unternehmens?
    • Wie ist der Wettbewerb aufgestellt – international, national, regional oder lokal?

    Veränderungen

    Veränderung des Marktumfeldes, Technologie; Gesetze und neue Berufsfelder

    • Welche Veränderungen stellen sich im Markt ein?
    • Gibt es neue Wettbewerber?
    • Gibt es neue Auftragnehmer?
    • Gibt es neue Lieferanten?
    • Gibt es neue Partner und Anbieter?
    • Hat sich die Gesetzeslage geändert?
    • Entstehen neue Berufsfelder?

    Wissenschaft und Forschung

    Neues Wissen von Produkten über ihre Auswirkung auf die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten

    • Gibt es neues Wissen über Produkte, die ich einsetze?
    • Gibt es Kenntnisse über die Auswirkung dieser Produkte auf die Sicherheit oder die Gesundheit von Beschäftigten?
    • Gibt es neue Grenzwerte?
  • Führung
    Organisationsstruktur, Rechenschaftspflichten, Rollen

    • Wie ist die Firmenhierarchie?
    • Wie sind die Verantwortlichkeiten im Unternehmen geregelt?
    • Wer ist im Falle eines Falles verantwortlich (Rechenschaftspflicht)?
    • Gibt es klare Rollen im Arbeitsschutz?

    Strategie

    Politik, Ziele, Programme, Strategien

    • Gibt es eine Arbeitsschutzstrategie?
    • Gibt es eine Unternehmenspolitik, und enthält diese eine Aussage zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit?
    • Arbeitet man mit Programmen und Strategien?
    • Werden Ziele formuliert (generell)?
    • Gibt es ein Kennzahlensystem?

    Information

    Informationssysteme, Informationsflüsse und Entscheidungsfindungsprozesse (förmlich und formlos)

    • Wie sind die Informationsflüsse?
    • Wie findet der Entscheidungsfindungsprozess statt?
    • Gibt es einen formalen oder einen formlosen Prozess?
    • Sind alle relevanten Verantwortungsträger eingebunden?
    • Welche Systeme (nicht nur IT-Systeme, sondern auch Besprechungen, Verbesserungssysteme) gibt es?

    Einführung und Neuerungen

    Neue Produkte und Werkstoffe, Dienstleistungen, Arbeitsmittel, Software, bauliche Anlagen und Ausrüstung

    • Sind Neuerungen geplant?
    • Gibt es Änderungen von bestehenden oder Einführung von neuen Produkten und Werkstoffen, Dienstleistungen, Arbeitsmitteln, Software, baulichen Anlagen und Ausrüstungen?

    Beschäftigte

    Das Verhältnis zu den Beschäftigten, deren Wahrnehmung und Werte

    • Wie ist das Verhältnis zu Beschäftigten (oder Betriebsrat)?
    • Gibt es besondere Themen bezüglich Werten oder Wahrnehmung der Beschäftigten?
    • Sind Mitarbeiterbefragungen geplant?

    Unternehmenskultur

    • Wie ist die Unternehmenskultur, eher hierarchisch oder eher flach?
    • Wie wird mit dem Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit umgegangen?

    Vertragsverhältnisse

    Form, Ausmaß inkl. ausgegliederter Tätigkeiten

    • Gibt es Betriebsvereinbarungen?
    • Wie steht es mit Werkverträgen?
    • Sind Leiharbeitnehmer beschäftigt?

    Arbeitszeitvereinbarungen

    • Gibt es besondere Arbeitszeitregelungen und -vereinbarungen (Schicht, kontinuierlicher Betrieb, Bereitschaft etc.)?

    Arbeitsbedingungen

    Gibt es besondere Arbeitsbedingungen (gefährliche Tätigkeiten, unter Tage, Außendienst etc.)?

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Checkliste

Führung

Besonderes Augenmerk wird auf die Verpflichtung des Managements gelegt, Arbeits- und Gesundheitsschutz zum Erfolg zu führen, indem er in die tägliche Praxis integral überführt wird. Auszugsweise soll dargestellt werden, wie stark und weitreichend die Verantwortung der obersten Leitung in dieser Norm verankert wird:

Verpflichtung der Geschäftsführung zum SGA-Managementsystem

Die Verantwortung für die Unternehmenspolitik, die Schaffung der Voraussetzungen für ihre Verwirklichung und die Verpflichtung der Mitarbeiter auf die Unternehmenspolitik obliegt den Geschäftsführern. Sie zeichnen für den Erfolg des integrierten Managementsystems verantwortlich. Die Geschäftsführung nimmt dazu folgende Managementaufgaben wahr:

  • Festlegung, Dokumentation und Schaffung der Voraussetzungen zur Verwirklichung der Unternehmenspolitik und des integrierten Managementsystems
  • Integration des integrierten Managementsystems in die tägliche Praxis
  • Festlegung der Verantwortung und Befugnisse der Mitarbeiter
  • Bestellung der Beauftragten des Unternehmens
  • Unterstützung der Führungskräfte bei der Durchsetzung des Managementsystems
  • Veranlassung der Entwicklung, Dokumentation, Aufrechterhaltung und kontinuierlichen Verbesserung des Managementsystems
  • Entwicklung einer Unternehmenskultur, die den offenen Umgang mit sicherheitskritischen Situationen und Schwachstellen im Unternehmen fördert und Repressalien für die Meldung solcher Missstände ausschließt
  • Unterstützung und Förderung der Beteiligung aller Mitarbeiter bei der Umsetzung des integrierten Managementsystems
  •  Sicherstellung der Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen
  • Freigabe der Managementdokumente
  • Bereitstellung der erforderlichen Mittel und des Personals zur Verwirklichung des Managementsystems
  • Festlegung erforderlicher Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen
  • Veranlassung der regelmäßigen Überwachung der Wirksamkeit des Managementsystems durch interne Audits
  • planmäßige Durchführung von Managementreviews
  • Gewährleistung eines ständigen Verbesserungsprozesses

Damit wird ein Zeichen gesetzt, in welchem Maße die oberste Leitung den eigentlichen Umsetzungs- und Durchdringungsgrad von Arbeits- und Gesundheitsschutz im Arbeitsleben bestimmen kann.

Beteiligung

Anders als in den Vorgängernormen (BS OHSAS:18001) oder parallel bestehenden Managementsystemen, z. B. SCC, wird besonderer Wert auf die Mitbestimmung und Beratung der Beschäftigten gelegt. In Deutschland wird diese Mitbestimmung bereits durch die Mitwirkung in Arbeitsschutzausschüssen, in der Übernahme von Sicherheitsfunktionen wie der des Sicherheitsbeauftragten, Brandschutzhelfers, der gesetzlich Beauftragten, z. B. für Strahlenschutz oder Brandschutz, durch die Arbeit der Betriebsräte usw. sichergestellt.

Fortlaufende Verbesserung

Die ISO 45001 folgt dem Wirkprinzip des Plan-Do-Check-Act-Zyklus und stellt darüber eine fortlaufende Verbesserung der Leistungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz sicher.

Fazit

Ein Managementsystem für Arbeits- und Gesundheitsschutz kann sich als hilfreich erweisen, um Aufgaben, Vorhaben, Forderungen, Gesetze, Risiken, Pflichten und Verantwortlichkeiten zu adressieren und die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Da auch Arbeitsschutz-Managementsysteme einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterliegen, kann von einer dauerhaft positiven Veränderung der Leistungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz ausgegangen werden. In einer sicheren und gesunden Arbeitsumgebung sind die Mitarbeiter motivierter und engagierter, was sich in der Qualität der Leistungen und Produkte widerspiegelt. Es wird eine höhere Rechtssicherheit für Vorgesetzte und Mitarbeiter erreicht; damit erhöht sich auch der Schutz des Unternehmens, der Marke und des Images.

Weiterbildungen zum Thema Management und Qualität

Hier finden Sie Termine zu aktuellen Seminaren, Tagungen oder Workshops der DIN Akademie rund um das Thema Management und Qualität.

Normen

Norm [AKTUELL] 2018-06

DIN ISO 45001:2018-06
Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung (ISO 45001:2018); Text Deutsch und Englisch

ab 157,89 EUR inkl. MwSt.

ab 150,37 EUR exkl. MwSt.

Norm [AKTUELL] 2018-10

DIN EN ISO 19011:2018-10
Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen (ISO 19011:2018); Deutsche und Englische Fassung EN ISO 19011:2018

ab 172,22 EUR inkl. MwSt.

ab 164,02 EUR exkl. MwSt.

Norm [AKTUELL] 2020-06

DIN EN ISO 22301:2020-06
Sicherheit und Resilienz - Business Continuity Management System - Anforderungen (ISO 22301:2019); Deutsche Fassung EN ISO 22301:2019

ab 97,93 EUR inkl. MwSt.

ab 93,27 EUR exkl. MwSt.

Managementsysteme – Erfolg durch Qualität

Kostenlose White Paper zum Thema Qualitätsmanagement und anderen relevanten Managementsystemen. Wir haben QM-Experten zu Ihren Meinungen rund um Managementsysteme befragt. Finden Sie Ihre interessanten Antworten hier heraus.

Beuth Kundenservice
   Beuth Kundenservice National

Saatwinkler Damm 42/43
13627 Berlin